Migration
Gesundheitssituation von Migrantinnen und Migranten
In Deutschland leben rund 15 Millionen Menschen – das sind 12% der Gesamtbevölkerung –, die in anderen Ländern geboren wurden und auf Zeit oder dauerhaft nach Deutschland eingewandert sind. Das Gesundheitsamt Bremen geht in der Region von 110.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus; das ist jeder 5. Einwohner des Bundeslandes Bremen.
Migration als ein oft bis zu fünf Generationen übergreifender Prozess fordert von den Betroffenen einschneidende Anpassungsleistungen und beinhaltet zahlreiche Belastungen und kritische Lebensereignisse, die die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten entscheidend bedrohen und beeinträchtigen können. Darüber hinaus ist unter Aspekten des betrieblichen Arbeitsschutzes und gesundheitlicher Prävention als ausgesprochen problematisch einzustufen, dass ihr Zugang zum deutschen Gesundheitssystem sowie die Nutzung von Präventions- und Vorsorgeangeboten oftmals an einem unterschiedlichen Verständnis von Krankheit und Gesundheit scheitern.
Im Rahmen der alljährlichen Gesundheitsberichterstattung und der daraus abgeleiteten oder abzuleitenden Maßnahmen für Prävention und Gesundheitsschutz wird zunehmend deutlich, dass die besondere Situation von Migrantinnen und Migranten viel zu wenig erforscht ist. In den letzten Jahren sind zwar erste Studien zur Gesundheitslage von Migrantinnen und Migranten erschienen. Insgesamt jedoch sind die Daten, die hier zur Verfügung stehen, noch rar und qualitativ oft mangelhaft.
Es ist daher Anliegen des Projektes, Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund und ihre Beschäftigten für die Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung, Gesundheit und langfristiger Produktivität zu sensibilisieren. Mit dem Ziel, eine Balance herzustellen zwischen den betrieblichen Ablaufprozessen und einer bewussten Vorsorge zur Vermeidung von Belastungen und Gesundheitsgefährdungen soll die Einsicht migrantischer Unternehmensleitungen und ihrer Beschäftigten für ihre Eigenverantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden gefördert werden. Dabei gilt auch für die am Projekt beteiligten Betriebe, die von nicht-migrantischen Unternehmensleitungen geführt werden: Um die Vielfalt ihrer Beschäftigten als eine wichtige Ressource für die Gestaltung einer gemeinsamen Präventionskultur nutzen zu können, ist es notwendig, Kenntnisse zu erwerben und Kompetenzen zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, auch ihre Beschäftigten aus fremden Kulturkreisen für ein gesundes Arbeitshandeln zu motivieren.
Im Rahmen des Projektes werden auf eigenen betriebsbezogenen Recherchen und Studien basierende Beispiele guter Praxis erarbeitet, die Ansätze für adäquate Informations- und Beratungsangebote für Migrantinnen und Migranten erproben. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Projektveröffentlichungen vorgestellt.
